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Mit der Ausstellung von Herbert Kaufmann (geb. 1924 in Aachen – gest. 2011 in Düsseldorf), einem diesjährigen Neuzugang im Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds, gewährt das Archiv im September erneut einen kleinen öffentlichen Einblick in seine Bestände.
Die Ausstellung in den Räumen des Archivs für Künstlernachlässe zeigt die Arbeitsweise von Herbert Kaufmann, der unter dem Einfluss des französischen Informel ab den frühen 1950er Jahren in Düsseldorf arbeitete. Nach seinem Studium an der Akademie war er Mitglied der „Gruppe 53“, einer freien Künstlergruppe Düsseldorfs in einer Zeit, in der sich deutsche Gegenwartskunst in Düsseldorf auf eine Weise zentrierte, von der nahezu alle maßgeblichen Strömungen für die weitere Kunstgeschichte deutscher Kunst ab 1945 ihren Ausgang nahmen. Von Kaufmann werden im Archiv Collage-Bilder und Arbeitsmaterialien aus dem Atelier ausgestellt, die im Frühjahr 2012 als Nachlass eingetroffen sind.
Herbert Kaufmann begann seine Collagenbilder mit Hilfe schwarz-weißer, später auch farbiger Tageszeitungen und Zeitschriften, aus denen er Ausschnitte auf die Leinwand klebte. Die Ausschnitte wählte er zum Teil nach inhaltlichen Gesichtspunkten, indem er prägnante Schlagzeilen hervorhob, und zum Teil nach rein formalen Auswahlkriterien. Ab den 1990er Jahren benutzte Kaufmann Kartonagen, deren Materialstruktur ihn interessierte. Er klebte die Pappen mit Hilfe von Ponal (Holzleim) auf die Bildfläche. Häufig bearbeitete Kaufmann die Pappen vor dem Aufkleben noch mit Reiß- und Kratzspuren, um ihre Oberflächenwirkung zu variieren. In der Ausstellung des Archivs für Künstlernachlässe werden Bilder aus verschiedenen Schaffensperioden, Pinsel, Kleber und Arbeitsgeräte gezeigt, die zum Teil aus dem Künstlerbedarf, nicht selten auch aus dem alltäglichen Hausgebrauch stammen und von Kaufmann zu künstlerischen Utensilien umgewandelt wurden. Kunsthistorisch sind sie von besonderem Wert, weil sich aus ihnen die Arbeitsweise des Collagisten Kaufmanns besonders prägnant ablesen lässt.
Die Ausstellung im Archiv für Künstlernachlässe, Auf der Insel 1, in Pulheim-Brauweiler wird am Sonntag, den 9.9. am Tag des Offenen Denkmals im Rahmen eines kleinen Sektempfangs um 12 Uhr eröffnet. Zur Begrüßung sprechen u.a. Prof. Dr. Gerhard Pfennig als Vorstandsmitglied der Stiftung Kunstfonds und Frau Dr. Marie-Luise Otten, ehemalige Leiterin des Museums der Stadt Ratingen, die eine kleine inhaltliche Einführung in das künstlerische Umfeld Herbert Kaufmanns und das Wirken der „Gruppe 53“ gibt. Die Ausstellung wird unterstützt durch die VG Bild-Kunst.
Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 14 - 16 Uhr, am Sonntag, den 9.9. (Tag des offenen Denkmals) von 12 bis 17 Uhr. [mehr ...]
Ort:
Abtei
Eingetragen und freigegeben durch David Kotkowski
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